Die meisten Menschen, die ein glückliches und erfülltes Leben haben wollen, sind so sehr mit der Jagd nach ihrem (Arbeits-)Glück beschäftigt, dass sie nicht merken, was sie schon haben oder was das Leben ihnen bietet. Sie verbringen ihr Leben dann einer Position, die von Frustration, Verärgerung und Traurigkeit geprägt ist und entfernen sich immer weiter weg von ihrem Glück, anstatt es in ihr Leben zu übernehmen.

Kommt Dir das bekannt vor? Wenn nicht, herzlichen Glückwunsch, Du hast vielen Menschen etwas voraus. Behalte es nicht für Dich, sondern teile Dein Wissen. Wenn doch, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Nachfolgend möchte ich die wichtigsten Elemente ein wenig näher betrachten, die Dich auf Deinem Weg unterstützen können. Sozusagen ein kurzer (Jagd)Ausflug durch die Persönlichkeitsentwicklung für Praktiker und Performer.

Dankbarkeit

Wenn Du das hier liest, geht es Dir besser als vielen anderen. Du hast Internet, ein Dach über dem Kopf, fließendes Wasser, Strom und Heizung. Und, besonders wichtig und gerne übersehen, Du atmest! Das sind eine Menge Gründe, dankbar zu sein, für das, was wir haben. Diese „kleinen“ Dinge des Lebens werden gerne vergessen. Wann warst Du das letzte Mal dankbar für etwas in Deinem Leben? Pause doch gerade mal das Lesen und denke kurz darüber nach, wofür Du heute dankbar sein kannst. Eine einfache Praxis, um Dankbarkeit in Dein Leben zu integrieren: besorg Dir ein kleines Journal und schreibe jeden Abend drei Sachen hinein, für die Du dankbar bist. Wenn dann einmal ein schlechtes Gefühl hochkommt, das gerade den Zugang zu glücklicherem blockiert, blättere darin. Dankbarkeit bringt uns zu dem nächsten Punkt, der Dich auf Deiner Reise begleitet.

Achtsamkeit

Vielleicht sagst Du jetzt „Klar, bin ich.“ Bist Du das wirklich? Ich merke immer wieder, dass ich meine Achtsamkeit gerade mal wieder verloren habe. Das ist menschlich und völlig normal. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir als menschliche Wesen nicht 24/7 achtsam sein können, ist das ein erster Schritt dahin, tatsächlich achtsamer zu werden. Denn jetzt sind wir uns dessen bewusst.

Wie bleibst Du also achtsam? In dem Du offen bist für das, was Deine Umwelt Dir bietet und gleichzeitig einen klaren Fokus hast, wo Du hinwillst. Wenn Du dazu tendierst, auch gerne mal unachtsam zu sein, und das tun wir doch irgendwie alle ganz gerne heutzutage mit den vielen Ablenkungen, dann gibt es ein paar kleine Life-Hacks, die helfen.

Fokus

Ich arbeite viel am Rechner, also ist die Ablenkung durch Email, Smartphone, etc. doch recht groß. Wenn ich eine Konzentrationsphase benötige, schalte ich das Handy stumm und drehe den Bildschirm nach unten. Benachrichtigungen habe ich generell auf lautlos und Popups im Computer (z.B. „3 neue Nachrichten“) sind immer ausgeschaltet.

Dennoch können wir uns gerne in anderen Themen verlieren. Eine kraftvolle Frage, die wir uns selbst stellen können ist „Was ist jetzt gerade Deine Absicht?“ oder „Ist das, was ich jetzt gerade tue, wirklich wichtig?“. Beide Fragen hängen als Haftnotiz bei mir am Rechner. Wenn ich dann mal wieder weniger achtsam auf Social-Media Seiten hängen geblieben bin, schaue ich irgendwann auf den Zettel. Das Lesen dieser Fragen unterbricht mein wegdriften und bringt mich in die Achtsamkeit, in meinen Fokus. Natürlich muss ich mich dann aktiv entscheiden, etwas wichtigeres mit meiner Zeit anzufangen. Ich bin nun aber in meinem achtsamen Jetzt und kann diese Entscheidung bewusst treffen.

Mindset

Unser Gehirn trickst uns auch gerne aus. Wir denken viel zu viel am Tag an unnötige Dinge und beschäftigen uns mit unserer grandiosen Phantasie mit Themen, die uns völlig unnötig belasten. Das liegt in der Natur unseres Gehirns. Die Beschäftigung mit negativen Dingen (z.B. Gefahren) war früher für uns Menschen überlebensnotwendig. Heute ist das nicht mehr ganz so der Fall. Kommen Themen in unser Leben, die wir als solche empfinden, z.B. ein wichtiger Termin, sind die Empfindungen und Auswirkungen dennoch die gleichen. Nur haben wir heute kaum noch die Möglichkeit, diese Stresshormone schnell abzubauen. Nehmen wir den Termin als Beispiel. Du hast morgen spontan einen wichtigen Termin, der auch noch verspricht etwas unangenehm zu werden. Was unser Gehirn machen sollte ist, uns zu beruhigen, so dass wir entspannt den Termin wahrnehmen können. Was unser Gehirn stattdessen macht ist, darüber nachzudenken wie unangenehm das morgen sicherlich wird. Was alles schiefgehen kann. Vielleicht steigert sich Dein Gehirn sogar noch richtig rein, Du schläfst zu wenig und der Termin läuft am nächsten Tag unglaublich schlecht. Lektion für unser Gehirn: es war absolut richtig, darüber negativ gedacht zu haben. Dass beschäftigt Dich dann noch ein paar Stunden danach. Anstatt der einen Stunde hast Du eine Vielzahl an Stunden in einer schlechten Aura verbracht und höchstwahrscheinlich auch noch zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung beigetragen. Was also tun? Wenn das Gehirn im Hier und Jetzt ist, denkt es nicht an die Zukunft oder Vergangenheit. Je mehr Du präsent bist, desto achtsamer bist Du und umso weniger haben schlechte Gedanken eine Chance. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es ist erlernbar. Wie?

Meditation und Atmung.

Wenn Du langsam ein- und wieder ausatmest, mehrmals hintereinander und Dich dabei auf Deinen Atem konzentrierst machst Du einen wichtigen Schritt in Richtung präsent sein. Die Konzentration auf unseren eigenen Atem holt uns sofort ins Hier und Jetzt. Es ist auch eine gute Übung, wenn gerade einmal wieder alles zu viel ist. Du gehst kurz in die Klarheit, das langsame Denken hat eine Chance, das schnelle Denken zu übernehmen und triffst eine bessere Entscheidung.

Eine regelmäßige Meditationspraxis ist erwiesenermaßen sehr hilfreich für ein achtsames (er)leben. Die Widerstandsfähigkeit gegen Stress wird gestärkt und externe Einflüsse können uns nicht mehr so aufregen. Bei der Meditation geht es auch, vor allem am Anfang, überhaupt nicht darum, an gar nichts mehr zu denken. Es geht bei der stillen Meditation erst einmal darum, seine Gedanken bewusst zu erleben und zu kontrollieren. Wenn Du versuchst, keine Gedanken zu haben kommen sie irgendwann trotzdem und sind einfach da. Jetzt geht es darum, zu erkennen, dass da ein Gedanke gekommen ist. Du kannst nicht unachtsam werden, nur, weil ein Gedanke erscheint. Durch die Achtsamkeit erkennst Du erst, dass gerade ein Gedanke versucht, Deinen Fokus von der Atmung wegzubringen. Wenn Du in den Gedanken verfällst und ihm folgst entzieht sich die Achtsamkeit. Anzuerkennen, dass er da ist und ihn dann direkt wegzuschieben bringt Dich tiefer in die Achtsamkeit. Das verlangt ein wenig Übung und jeder hat seine eigene Geschwindigkeit. Die regelmäßige Praxis bringt die Fortschritte mit sich.

Wenn Dein Ziel im Weg ist

Das größte Potential für ein Leben fernab des Glücks haben unsere Ziele. Weniger die Ziele an sich, vielmehr die Art, wie wir sie uns setzen und damit umgehen. Der Grund, warum wir so handeln liegt in unserem Gehirn und heißt Belohnungssystem. Die Art, wie wir normalerweise Ziele definieren sorgt genau zweimal für eine massive Hormonausschüttung: wenn wir das Ziel definieren und uns so unglaublich gut dabei fühlen und wenn wir es erreichen. WENN wir es erreichen. Mit dieser Wahl haben wir ein System gewählt, das gegen uns kämpfen wird. Das jeden Tag unseren inneren Schweinehund zur Überwindung herausfordert. Das kostet Kraft, das bringt Stress ins System und es schadet uns mehr als es nützt. Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, von Ziel zu Ziel zu hetzen. Was also kann uns fordern und gleichzeitig fördern und dabei Zufriedenheit schaffen?

Tugenden etablieren

Ich gebe Dir gerne ein Beispiel, das wir vermutlich alle kennen. Du beschließt, im Sommer wieder in Deinen Badeklamotten gut auszusehen. Also: Diät. 5 Kilo müssen runter. Was jetzt passiert ist folgendes: eine massive Hormonausschüttung gibt uns ein unglaublich gutes Gefühl, dieses Mal wird es klappen. Vermutlich wird sich schon in der ersten Woche Frust und Stress einstellen, es folgen Einladungen, die Schublade mit den Snacks lacht Dich an. alte Gewohnheiten sind noch sehr präsent und schon bist Du im Stress. Der kurze Kick des Glücks, als wir uns das Ziel gesetzt haben, ist vergessen.

Die Tugend dagegen wirkt langfristig und nachhaltig. Zum Beispiel kannst Du beschließen, gesünder zu leben. Das muss nicht radikal passieren. Du kannst zum Beispiel starten, in dem Du eine Mahlzeit des Tages ohne Kohlenhydrate isst. Oder mehr Gemüse auf den Teller packst. Du kannst Zucker weglassen. Mehr oder längere Spaziergänge unternehmen. Du etablierst eine neue Tugend nach und nach in Dein Leben. Wenn Du jetzt mal ein paar Chips isst brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben, denn es geht ja darum, nach und nach gesünder zu leben. Dein System beginnt sich umzustellen, der Prozess geht langsam aber stetig und vor allem ohne den vorab genannten Stress. Und auf einmal stellst Du fest, dass Du den Gürtel ein Loch enger schnallen darfst. Und das beste daran ist, dass eine neue Tugend, einmal zur Gewohnheit geworden, auch bleibt. Die Neuorientierung Deines Mindsets zu Deinen Tugenden wird noch durch einen weiteren Faktor unterstützt.

Deine Werte

Dein Wertesystem bestimmt die Art, wie Du Dein Leben lebst und ob Du Dich wohl damit fühlst. Das, was wir als Wertesystem ansehen kommt in den meisten Fällen aus externen Quellen. Wenn die Werte, die wir glauben zu haben, uns anerzogen wurden müssen das nicht unsere sein. Es ist für dich wichtig, Deine Werte herauszufinden und Dich mit ihnen zu beschäftigen. Wenn Du Deine wichtigsten Werte noch nicht kennst haben wir hier einen WerteTest mit dem Du diese spielerisch herausfinden kannst. In unserem Verhalten spielen unsere Werte eine tragende Rolle. Der Aufbau von Tugenden funktioniert dann besonders gut, wenn diese im Einklang mit unseren Werten stehen.

Und jetzt?

Lebe Dein Leben! Alle diese Elemente vereint, dass sie Dich dabei unterstützen, präsent zu sein. Jetzt zu leben und das bewusst. Es geht nicht allein darum, irgendwo ein Ziel zu erreichen, das hinter einem bunten Regenbogen auf Dich wartet. Es geht um den Weg, um den Prozess, der dabei stattfindet. Der Weg ist wichtiger als das Ziel! Es geht darum, JETZT Dein Leben zu spüren, zu genießen, zu fühlen, es mit allen Deinen Sinnen wahrzunehmen und aufzusaugen. Und dann, wenn Du in einem Leben voller Fülle bist, die Du kreiert hast, dann bist Du in der besten Position auch andere dabei zu unterstützen. Teile diesen Text gerne mit ihnen.

Autor

Die einzige Konstante in meinem Leben ist die Veränderung, jeden Tag etwas Neues zu lernen eine Motivation aus meinem innersten. Als Unternehmer mit digitaler DNA, tiefem Verständnis für KI und persönliche Entwicklung, Ausbildungen im integralen Life Coaching & NLP schreibe ich über Soul Business, den Sinn des Lebens, Achtsamkeit und wie künstliche Intelligenz uns dabei helfen kann, mehr bei uns selbst zu sein und mehr Freude im Leben zu spüren. Ich freue mich über Feedback zu meinen Artikeln (z.B. auf Instagram) und biete auch regelmäßige Diskussionen auf Clubhouse an (@cwehrle).

Fragen, Anregungen oder Ergänzungen? Kontakte uns über unsere Social-Media Auftritte, wir freuen uns über Deinen Beitrag. Die Links findest Du oben im Menü.

Pin It